Systemakkreditierung

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Systemakkreditierung2018-03-28T13:31:59+00:00

Was ist Systemakkreditierung?

Die Systemakkreditierung bietet Hochschulen die Möglichkeit ihr System zur Qualitätssicherung in Studium und Lehre zertifizieren zu lassen mit dem Ziel, auf die Programmakkreditierung zu verzichten und ihre Studiengänge selbst akkreditieren zu können. Dazu muss der Nachweis erbracht werden, dass das Qualitätssicherungssystem der Hochschule die Einhaltung aller einschlägigen Vorgaben für Bachelor- und Masterstudiengänge sicherstellt, im Rahmen von hochschuleigenen Verfahren zur Akkreditierung von Studiengängen überprüft und somit die gleiche Qualität der Studienprogramme gewährleistet wie die Programmakkreditierung. Das setzt voraus, dass die Hochschule ein hochschulweites System zur Qualitätssicherung in Studium und Lehre eingeführt hat und die in diesem Rahmen vorgesehenen Maßnahmen umgesetzt werden.

Was sind die Rechtsgrundlagen für eine Systemakkreditierung?

Das Verfahren und die Kriterien für die Systemakkreditierung sind in der Musterrechtsverordnung der KMK vom 07.12.2018 geregelt, welche als Basis für die entsprechenden Rechtsverordnungen der Länder dient.

Die Musterrechtsverordnung geht dabei von einer rückwirkenden Inkraftsetzung der Landesrechtsverordnungen aus. Bis zur Verabschiedung der für eine Hochschule maßgeblichen Rechtsverordnung dient die Musterrechtsverordnung als Grundlage für die Verfahrensdurchführung.

Nach einer positiven Systemakkreditierung durch den Akkreditierungsrat erhält die Hochschule das Recht, das Siegel des Akkreditierungsrates für die von ihr geprüften Studiengänge selbst zu vergeben.

Wie wird ein Begutachtungsverfahren zur Systemakkreditierung durchgeführt?

Ziel des Begutachtungsverfahrens ist die Erstellung eines Akkreditierungsberichts für die entsprechende Hochschule durch AQAS. Dieser hat den Charakter eines Sachverständigengutachtens, auf dessen Basis die Hochschule im Anschluss an das Begutachtungsverfahren beim Akkreditierungsrat die Systemakkreditierung beantragen kann. Der Akkreditierungsbericht besteht aus zwei Teilen: Dem so genannten Prüfbericht und dem Gutachten zu den fachlich-inhaltlichen Kriterien.

Im Zuge des Prüfberichts ist es Aufgabe von AQAS, zu überprüfen, ob die Hochschule in ihrem Selbstbericht zu Beginn des Verfahrens den Nachweis erbracht hat, dass mindestens ein Studiengang das Qualitätssicherungssystem durchlaufen hat. Die Verabschiedung des Prüfberichts erfolgt bei AQAS durch die für die Systemakkreditierung zuständige Akkreditierungskommission. Der Prüfbericht wird der Gutachtergruppe zur Verfügung gestellt.

Gemäß den Vorgaben der Musterrechtsverordnung setzt sich das Begutachtungsverfahren aus verschiedenen Schritten zusammen und umfasst in der Regel zwei Begehungen. Neben der Information der Gutachtergruppe über das Qualitätssicherungssystem der Hochschule sind Stichproben aus dem gesamten Fächerspektrum der Hochschule vorgesehen.

Ziel der ersten Begehung ist die Information der Gutachtergruppe über die Hochschule und den grundsätzlichen Aufbau ihres Qualitätssicherungssystems. In der zweiten Begehung wird dann die flächendeckende Anwendung des Qualitätssicherungssystems innerhalb der Hochschule in Form von Stichproben anhand ausgewählter Studiengangsmerkmale und/oder Studiengänge überprüft.

Gegenstand der Stichprobe ist gemäß § 31 der MRVO zum einen die Berücksichtigung sämtlicher in der Ordnung genannten formalen und fachlich-inhaltlichen Kriterien für Studiengänge innerhalb des QM-Systems der Hochschule und zum anderen die Umsetzung der internen Prüfmechanismen am Beispiel eines Studiengangs, der das Qualitätssicherungssystem der Hochschule durchlaufen hat.

Im Anschluss an die beiden Begehungen wird das Gutachten zur Überprüfung der fachlich-inhaltlichen Kriterien zur Systemakkreditierung verfasst.

Ähnlich wie die Programmakkreditierung ist auch die Systemakkreditierung als Peer-Review konzipiert: Die Gutachtergruppe zeichnet sich jedoch insbesondere durch Expertise in der Hochschulsteuerung und der hochschulinternen Qualitätssicherung im Bereich von Studium und Lehre aus. Die Zusammenstellung der Gutachtergruppe erfolgt gemäß § 25 Musterrechtsverordnung nach den entsprechenden Leitlinien zur Benennung und Zusammenstellung von Gutachtergruppen der Hochschulrektorenkonferenz.

Wie lange dauert das Begutachtungsverfahren?

AQAS geht davon aus, dass für ein Verfahren zur Systemakkreditierung vom Vertragsschluss über die Erstellung der Unterlagen und die Begehungen einschließlich der Stichproben bis hin zur Fertigstellung des Akkreditierungsberichts circa 15 – 18 Monate zu veranschlagen sind.

Eine Unterbrechung des Verfahrens zur Beseitigung von im Verfahren festgestellten Mängeln vor der Fertigstellung des Akkreditierungsberichts ist möglich. Dies muss ggf. bei der zeitlichen Planung gesondert berücksichtigt werden.

Wie können Lehramtsstudiengänge in der Systemakkreditierung berücksichtigt werden?

Im Fall von Lehramtsstudiengängen ist nach den Vorgaben der Musterrechtsverordnung zusätzlich jeweils ein Studiengang von jedem angebotenen Lehramtstyp in die Stichprobe einzubeziehen.

Bitte beachten Sie, dass bei der Begutachtung von lehrerbildenden Studiengängen grundsätzlich die für Schulen zuständige oberste Landesbehörde zu beteiligen ist, um zu gewährleisten, dass die Absolvent/inn/en Zugang zum Vorbereitungsdienst haben. Vor diesem Hintergrund sollten Art und Durchführung der stichprobenartigen Begutachtung für das Lehramt im Vorfeld mit der zuständigen Landesbehörde abgestimmt werden.

Über mögliche Vorgehensweisen wird die Geschäftsstelle Sie gerne auf Anfrage informieren.

Wer ist bei AQAS zuständig für die Systemakkreditierung?

Für die Mitarbeit in der Akkreditierungskommission zur Systemakkreditierung konnte AQAS Expertinnen und Experten gewinnen, die sich durch langjährige Erfahrung im Bereich Qualitätsmanagement an Hochschulen in Forschung und Praxis auszeichnen.

Die aktuelle Zusammensetzung der Akkreditierungskommission „Systemakkreditierung“ finden Sie hier.

Die Begutachtungsverfahren zur Systemakkreditierung werden jeweils durch zwei Referentinnen bzw. Referenten der Geschäftsstelle betreut.

Bitte beachten Sie, dass Sie von AQAS keine Akkreditierungsentscheidung zur Systemakkreditierung Ihrer Hochschule erhalten. Diese müssen Sie nach Erhalt des Akkreditierungsberichts beim Akkreditierungsrat beantragen.