Erstes AQAS-Seminar „Ansätze des Qualitätsmanagements an Hochschulen am Beispiel prozessorientierter Qualitätssicherung“
veröffentlicht am 19. November 2009 in AQAS-VeranstaltungenAQAS e.V. hat im Oktober 2009 erfolgreich das erste Seminar im Rahmen der neuen Veranstaltungsreihe “Qualitätsmanagement und Akkreditierung an Hochschulen” durchgeführt und über Systemakkreditierung, die DIN EN ISO 9001 sowie mögliche Bezugspunkte informiert. Wieso nicht bei der Einführung eines QM-Systems an der Hochschule – Grundvoraussetzung für die Systemakkreditierung – von den Erfahrungen mit der DIN EN ISO 9001 – profitieren, so die Grundidee des Seminars.
Viele Hochschulen stehen derzeit vor der Frage, inwiefern die Systemakkreditierung eine Alternative zur Programmakkreditierung ist, welche Anforderungen zu erfüllen sind und wie ein Qualitätsmanagementsystem aufgebaut werden kann, das als Grundlage für eine Systemakkreditierung dienen kann. AQAS möchte die Hochschulen in dieser Situation durch Seminare und Informationsveranstaltungen bei der Entscheidungsfindung unterstützen.
Zum Auftakt der Veranstaltungsreihe bot AQAS in Kooperation mit einem ausgewiesenen Experten für prozessorientiertes Qualitätsmanagement, Herrn Prof. Dr. Hartmut F. Binner von der Fachhochschule Hannover, im Oktober dieses Jahres erstmals ein Seminar zum Thema: “Ansätze des Qualitätsmanagements an Hochschulen am Beispiel prozessorientierter Qualitätssicherung” an.
Dass ca. 40 Vertreterinnen und Vertreter aus Hochschulen am Seminar teilnahmen, zeigt die Relevanz des Themas an Hochschulen.
Der Ablauf des Seminars war dreigeteilt: Zunächst stellten Frau Herrmann und Frau Kluth von AQAS die wesentlichen Anforderungen und Kriterien bei der Systemakkreditierung vor, um die Seminarbesucher mit dem Verfahren, wie es vom Akkreditierungsrat entwickelt wurde, vertraut zu machen.
Danach stellte Herr Prof. Binner, der seit vielen Jahren in der Binner Akademie öffentliche und nicht-öffentliche Einrichtungen bei der Einführung von prozessorientierten Qualitätsmanagementsystemen unterstützt, die zentralen Elemente eines prozessorientierten QM-Systems nach der DIN ISO 9001 vor. Dabei betonte er insbesondere, dass die Norm – auch wenn sie in der Industrie entstanden ist – auf öffentliche Einrichtungen und Hochschulen anwendbar ist. Dies bestätigte später Prof. Segner, Dekan an der Fachhochschule Hannover. Der Fachbereich Maschinenbau, dem er vorsteht, wurde vor einiger Zeit selbst ISO-zertifiziert, so dass Prof. Segner aus der Praxis berichten konnte.
Die Hochschulen könnten nur davon profitieren, so Binner weiter, wenn sie sich – anstatt das “Rad neu zu erfinden” – die Lernkurven, die im Rahmen der DIN gemacht wurden, beim Aufbau ihrer Qualitätsmanagementsysteme zunutze machten.
Selbstverständlich gibt es keinen “Königsweg” zum Aufbau eines QM-Systems, sondern es ist den Hochschulen freigestellt, eigene Systeme zu entwickeln. Die Vorgaben zur Systemakkreditierung sehen ausdrücklich kein bestimmtes Qualitätsmanagementsystem vor, weil sie davon ausgehen, dass die Hochschulen ihr System in Abhängigkeit von der konkreten Situation vor Ort aufbauen müssen.
Gleichwohl ist zu bedenken, dass die Vielzahl der Ansätze und Vorgehensweisen, die derzeit an den Hochschulen verfolgt werden, auch Probleme birgt: Zum einen lässt sich eine Vergleichbarkeit der Systeme kaum gewährleisten, zum anderen ist der Entwicklungsaufwand für die Hochschulen hoch.
Dass es durchaus Ansatzpunkte für einen Vergleich der Anforderungen an das QM-System seitens der Systemakkreditierung und der DIN EN ISO 9001 gibt, war eine wesentliche Erkenntnis im letzten Teil des Seminars. Dabei wurde deutlich, dass einerseits der Fokus beider Verfahren ähnlich ist, es aber andererseits keinen “Automatismus” gibt, mit dem sich ein prozessorientiertes QM-System nach ISO in die Systemakkreditierung einfügen ließe: Eine Hochschule, die ISO-zertifiziert ist, hat damit nicht automatisch den Erfolg in der Systemakkreditierung gesichert, auch wenn die Organisation bei der Durchführung des Verfahrens sicherlich davon profitiert.
Die lebhafte Diskussion mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Anschluss an die Präsentationen zeigte, dass hohes Interesse an der Option der Verbindung von Systemakkreditierung und normkonformem QM-Systemen besteht, aber auch noch “Berührungsängste” spürbar sind. Eine Fortführung der Diskussion scheint angezeigt. AQAS wird weitere Veranstaltungen zu diesem Themenkreis anbieten.
Aufgrund der hohen Anmeldezahlen für den Workshop im Oktober 2009 werden wir das Seminar im 4. Quartal 2010, voraussichtlich im November, wiederholen. Bitte informieren Sie sich bei Interesse auf unserer Homepage oder wenden Sie sich an Frau Kluth unter kluth@aqas.de.

v.l.n.r. Prof. Dr. Matthias Segner, Doris Herrmann, Katja Kluth, Prof. Dr.-Ing Hartmut F. Binner


