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Rückblick: AQAS-Jahrestagung 2009

veröffentlicht am 19. November 2009 in AQAS-Veranstaltungen

In diesem Jahr fand die jährliche Mitgliederversammlung von AQAS e.V. erstmals im Rahmen einer Jahrestagung statt. Dazu konnten zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Mitgliedshochschulen im Wissenschaftszentrum in Bonn begrüßt werden.

Mitgliederversammlung

Vorstand und Geschäftsführung zeigten sich zufrieden mit der Arbeit der Geschäftsstelle im vergangenen Jahr und gaben den Mitgliedern Einblick in nationale und internationale Projekte im Berichtszeitraum. Im Jahr 2009 wurden bisher 175 Studienprogramme akkreditiert. Gleichzeitig hat AQAS wichtige Erfahrungen bei der Akkreditierung von Joint-Degree-Programmen gesammelt. So hatte AQAS Im Rahmen eines gemeinsamen Projekts mit der niederländischen Akkreditierungsorganisation NVAO Gelegenheit, die Instrumente und Materialien von NVAO intensiv kennen zu lernen und eine Basis für eine weitere Zusammenarbeit zu legen. Erstmals wurde auch ein Workshop zum Thema “prozessorientierte Qualitätsentwicklung im Rahmen der Normenreihe DIN ISO 9000 ff.” angeboten, um Hochschulen eine erste Orientierung zu den Anforderungen der Systemakkreditierung zu geben und zugleich die Vor- und Nachteile eines prozessorientierten Qualitätsmanagements an Hochschulen darzustellen.

Prof. Dr. Wolfgang Anders und Prof. Dr. Dieter Timmermann sind zum Ende des Sommersemesters aus ihren Hochschulleitungsämtern ausgeschieden und haben daher ihre Vorstandsposition bei AQAS e.V. zur Verfügung gestellt. Als Nachfolgerinnen hat die Mitgliederversammlung Frau Prof. Ingeborg Henzler als stellvertretende Vorsitzende (Nachfolge Anders) und Frau Prof. Dr. Uta Wilkens als Beisitzerin (Nachfolge Timmermann) gewählt.

Der Vorstand von AQAS e.V. setzt sich somit nun wie folgt zusammen:

  • Prof. Dr. Holger Burckhart, Rektor der Universität Siegen, Vorsitzender
  • Prof. Ingeborg Henzler, Präsidentin der Fachhochschule Koblenz, stellv. Vorsitzende
  • Prof. Dr. Eberhard Menzel, Präsident der Hochschule Ruhr West, Schatzmeister
  • Prof. Dr. Jürgen Oldenstein, Vizepräsident für Studium und Lehre der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, Beisitzer
  • Prof. Dr. Uta Wilkens, Prorektorin für Lehre, Weiterbildung und Medien der Ruhr-Universität Bochum, Beisitzerin
Mitgliederversammlung

Die Arbeit der Agentur wird im kommenden Jahr insbesondere durch die Akkreditierung der lehrerbildenden Studiengänge in NRW bestimmt sein. Erwartet wird auch das Anlaufen von Verfahren im Bereich der Systemakkreditierung. Außerdem plant AQAS das Angebot an themengebundenen Workshops weiter auszubauen.

Workshop

Parallel zur Mitgliederversammlung wurde ein Workshop zur Weiterentwicklung von Studiengängen im Kontext von Akkreditierung und Reakkreditierung angeboten. Dazu konnte AQAS zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in den Mitgliedshochschulen für Qualitätssicherung und Akkreditierung zuständig sind, begrüßen.

Diskutiert wurden Fragen, die das Monitoring und die Weiterentwicklung von gestuften Studiengängen und die Weiterentwicklung von Akkreditierungsverfahren betreffen.

Volker Husberg von AQAS erläuterte, wie sich der Bologna-Prozess in Europa auf der politischen Ebene entwickelt hat. Deutlich wurde, wie Themen aus den Bologna-Folgekonferenzen von den politischen Akteuren in Deutschland aufgenommen werden und auch im Rahmen der Akkreditierung eine Rolle spielen.

Ein Schwerpunkt des Workshops lag auf dem Thema “Employability”. Dazu stellte Harald Schomburg vom Internationalen Zentrum für Hochschulforschung (INCHER) in Kassel den Ansatz und die wichtigsten Ergebnisse der jüngst veröffentlichten Absolventenstudie dar, die das INCHER zusammen mit zahlreichen Hochschulen durchgeführt hat. [mehr…]

Abschließend ging Simone Kroschel von AQAS darauf ein, wie sich die Vorgaben zur Akkreditierung und die Fragestellungen in den Verfahren in den letzten Jahren verändert haben. Als Einflussfaktoren wurden neben der politischen Entwicklung die Erfahrungen und Diskussionen in den Hochschulen, die öffentliche Debatte um den Bologna-Prozess und auch die Ergebnisse aus der agentureigenen Qualitätssicherung dargestellt.

Ein Thema in den Diskussionsrunden war die Frage, inwiefern Absolventenstudien vergleichende Aussagen zu traditionellen und gestuften Studienstrukturen erlauben. Darauf wird das INCHER künftig eingehen, wenn zunehmend Studierende aus Bachelor- und Masterstudiengängen in den Arbeitsmarkt eintreten.

Weiterhin sprachen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Mitgliedshochschulen dafür aus, Akkreditierungsverfahren stärker auf die wesentlichen Fragen von Konzeption, Struktur und Studierbarkeit von Studiengängen zu reduzieren und das Verfahren nicht mit den unterschiedlichsten Aspekten aus der bildungspolitischen Debatte zu überfrachten.

Hier finden Sie die Präsentationen zum Workshop als Download:

Podiumsdiskussion

Am Nachmittag fand eine gemeinsame Veranstaltung aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Form einer Podiumsdiskussion statt, in der Vertreter aus dem AQAS-Vorstand sowie aus Leitungen von Hochschulen die Wechselwirkungen zwischen Qualitätssicherungsprozessen, Hochschulsteuerung und Akkreditierung sowie die weitere Entwicklung des Akkreditierungssystems diskutierten. Es moderierte Dr. Andreas Archut, Pressesprecher der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.

Zentrales Thema war das Verfahren zur Systemakkreditierung, das im Unterschied zur Programmakkreditierung keine einzelnen Studienprogramme, sondern das bestehende hochschulweite Qualitätsmanagementsystem und damit alle diesem System unterliegenden Programme akkreditiert. Bundesweit sind die ersten Verfahren angelaufen; auch bei AQAS besteht für die Hochschulen die Möglichkeit, Systemakkreditierungsverfahren durchführen zu lassen.

Podiumsdiskussion

Mit Prof. Dr. Sabine Remdisch, Vizepräsidentin für Lebenslanges Lernen der Leuphana Universität Lüneburg und Leiterin des Instituts für Evaluation und Qualitätsentwicklung, sowie Prof. Dr. Ulrich Deller, Prorektor der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen, konnten zwei Hochschulleitungsvertreter mit unterschiedlichen Ansichten zum Prozess der Systemakkreditierung für die Diskussion gewonnen worden. Während an der Leuphana Universität Lüneburg konkrete Vorbereitungen zum Start des Verfahrens zur Systemakkreditierung getroffen werden, hält die Hochschulleitung der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen an der Programmakkreditierung fest. Die für die jeweilige Hochschule relevanten Entscheidungsfindungsprozesse wurden den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Veranstaltung erläutert.

Prof. Dr. Holger Burckhart in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des AQAS-Vorstands sprach sich für die Systemakkreditierung als zukunftsorientiertes Modell aus. Hochschulen, an denen bereits institutionsweite Qualitätsmanagementmodelle bestehen, sollten die Möglichkeit wahrnehmen, eine Systemakkreditierung anzustreben.

Prof. Burckhart dankte für die anregende Diskussion und die Beiträge aus dem Plenum und bezeichnete die Podiumsveranstaltung als gewinnbringenden Abschluss der Jahrestagung 2009.