Benennung und Bestellung von Gutachterinnen und Gutachtern in der Programmakkreditierung

(Beschluss der Akkreditierungskommission für die Programmakkreditierung vom 24.05.2016)

Vorbemerkung

Grundlegendes Prinzip bei der Benennung von Gutachterinnen und Gutachtern in Verfahren der Programmakkreditierung ist, dass die Zusammensetzung der Gutachtergruppe bezüglich ihres Qualifikationsprofils und bezüglich der konkret zu benennenden Personen von den Mitgliedern der Akkreditierungskommission getragen wird.

Kriterien

Nach den Vorgaben des Akkreditierungsrates besteht eine Gutachtergruppe aus Vertreterinnen und Vertretern der Wissenschaft, der Berufspraxis und der Studierenden.

Alle Gutachterinnen und Gutachter werden auf Grund ihrer persönlichen Kompetenz eingeladen und nicht als Vertreterinnen und Vertreter ihrer Organisation. Das gilt auch dann, wenn diese sie für diese Aufgabe vorgeschlagen hat.

Weiterhin orientiert sich die Akkreditierungskommission von AQAS bei der Besetzung von Gutachtergruppen an dem in § 10 (3) der Satzung von AQAS i. d. F. vom 6.11.2013 formulierten Grundprinzip, wonach nur Expertinnen und Experten mit der Kompetenz zur fachlich-wissenschaftlichen Beurteilung von Studiengängen bestellt werden. Die Gutachtergruppe muss ein Mitglied beinhalten, das die Perspektive des jeweiligen Berufsfeldes repräsentiert und ein Mitglied, das persönliche Studienerfahrung auf dem Studiengebiet hat.

Bei einer Einzelakkreditierung (Durchführung des Verfahrens für einen einzelnen Studiengang oder ein konsekutives Studienprogramm) setzt sich die Gutachtergruppe wie folgt zusammen:

  • zwei bis drei Professorinnen und Professoren als Vertreterinnen und Vertreter der Wissenschaft (Uni/FH) (je nach Ausrichtung des Studiengangs & Komplexität des Verfahrens)
  • eine Expertin bzw. ein Experte aus der Berufspraxis
  • eine Studentin bzw. ein Student

Wenn mehrere Studiengänge aufgrund ihrer fachlichen Affinität gemeinsam betrachtet werden, wird die Gutachtergruppe bei Bedarf erweitert, so dass sie die fachliche Breite der im Paket enthaltenen (Teil-)Studiengänge abdecken kann und eine hinreichende Begutachtung aller (Teil-)Studiengänge gewährleistet ist.

Für die Nominierung von Professorinnen und Professoren gelten folgende Kriterien:

  • aktive Mitwirkung in der jeweiligen “scientific community”,
  • Reputation und fachliche Breite,
  • Aufgeschlossenheit für die Entwicklungen eines Europäischen Hochschulraumes im Rahmen des Bologna-Prozesses,
  • wünschenswert: Akkreditierungs- oder Evaluationserfahrung sowie internationale Erfahrungen.

Befangenheit im Sinne des Verfahrens der Programmakkreditierung liegt in der Regel vor, wenn ein/e Gutachter/in

  • in den letzten fünf Jahren von der Fakultät/dem Fachbereich promoviert oder habilitiert wurde,
  • in den letzten zwei Jahren an einem der Fachbereiche der Hochschule als Lehrende/r tätig gewesen ist,
  • sich in einem Berufungsverfahren an der Antrag stellenden Hochschule befindet oder in den letzten zwei Jahren befunden hat,
  • zu einem Mitglied des betroffenen Fachbereichs verwandtschaftliche oder andere enge persönliche Verbindungen hat,
  • mit einem Mitglied des betroffenen Fachbereichs regelmäßig gemeinsam publiziert,
  • im Hinblick auf den zu akkreditierenden Studiengang zugleich beratend tätig oder anderweitig in den Studiengang involviert ist.

Darüber hinaus werden grundsätzlich keine Professorinnen und Professoren bestellt, die an Hochschulen im gleichen Bundesland tätig sind wie die Antrag stellende Hochschule.

Verfahren zur Gutachterbestellung

Die Geschäftsstelle benennt für jedes zu eröffnende Akkreditierungsverfahren ein Mitglied der Akkreditierungskommission, das für dieses Verfahren als Berichterstatter/in fungiert.

Für das fachliche Profil der Gutachtergruppe kann die Hochschule im Rahmen der Beantragung der Akkreditierung einen Vorschlag machen. Die Akkreditierungskommission von AQAS kann das Profil im Rahmen der Verfahrenseröffnung entweder bestätigen oder modifizieren. Eine Modifikation des Profilvorschlags kann beispielsweise notwendig sein, wenn der Profilvorschlag fachlich zu einseitig oder zu eng formuliert sind oder intolerante und diskriminierende Aspekte enthält.

In der Regel erfolgt eine Bestellung der Gutachterinnen und Gutachter in der Sitzung der Akkreditierungskommission, in der das Akkreditierungsverfahren für den Studiengang/die Studiengänge eröffnet wird. In diesem Fall ist die gesamte Kommission an der Bestellung der Gutachtergruppe beteiligt. Sollte das nicht möglich sein, erfolgt eine Entscheidung im Umlaufverfahren gemäß § 5 der Geschäftsordnung unter Beteiligung der jeweiligen Berichterstatterin/des jeweiligen Berichterstatters, der/des Vorsitzenden der Akkreditierungskommission (bei ihrer/seiner Verhinderung, Befangenheit oder wenn sie/er Berichterstatter/in ist, ihren/seinen Stellvertreter/in), einer Vertreterin/eines Vertreters der Studierenden sowie einer Vertreterin/eines Vertreters der Berufspraxis, die Mitglied der Akkreditierungskommission für die Programmakkreditierung sind. Bei der Bestellung und Benennung von Gutachterinnen und Gutachtern legt die Akkreditierungskommission Wert auf eine angemessene fachliche Zusammensetzung der Gutachtergruppen. Dabei schließt die Akkreditierungskommission zusätzlich auch im Sinne von Toleranz und Gleichberechtigung diskriminierende Faktoren aus.

Benehmensherstellung mit der Hochschule

Zur Herstellung des Benehmens mit der Hochschule werden ihr die Namen der Gutachter/innen mitgeteilt. Die Hochschule hat kein Vorschlags- oder Vetorecht. Entsprechend des Einspruchs- und Beschwerdeverfahrens von AQAS hat die Hochschule das Recht, wegen einer möglichen Befangenheit innerhalb von einer Woche schriftlich Einspruch gegen einzelne Mitglieder der Gutachtergruppe einzulegen. Sollten die von der Hochschule vorgebrachten Gründe der Befangenheit nicht eindeutig mit den von AQAS festgelegten Ausschlusskriterien für Gutachter/innen in Übereinstimmung sein, wird die Akkreditierungskommission von AQAS mit dem Einspruch der Hochschule befasst.

Erklärung zur Gutachtertätigkeit als PDF-Dokument.