Hochschulen, die mit AQAS im Rahmen von Verfahren der Programm- und/oder Systemakkreditierung zusammenarbeiten, können begründete Einsprüche und Beschwerden mit Bezug auf die Zusammensetzung des Gutachterteams, die Gutachten der Gutachtergruppe, die Verfahrensgestaltung und die Akkreditierungsentscheidung vortragen.

Das im Folgenden dargelegte Einspruch- und Beschwerdeverfahren (Beschluss des Vorstands vom 15.06.2015) bezieht sich auf diese Bereiche:

1. Berufung von Gutachterinnen und Gutachtern

Die Geschäftsstelle informiert die Hochschule über die für das jeweilige Programmakkreditierungsverfahren bzw. die jeweilige Verfahrensstufe der Systemakkreditierung benannten Mitglieder des Gutachterteams. Die Hochschule kann innerhalb einer Woche begründete Einwände gegen Mitglieder einer Gutachtergruppe anmelden. Diese Einwände werden von der Geschäftsstelle für die Programmakkreditierung in Abstimmung mit dem bzw. der Berichterstatter/in der AkkreditierungskommissionProg, für die Systemakkreditierung in Abstimmung mit der AkkreditierungskommissionSys überprüft. Im Bedarfsfall wird ein Mitglied bzw. es werden Mitglieder der Gutachterkommission ersetzt. Ein Vorschlags- oder Vetorecht der Hochschule besteht nicht.

2. Gutachten

AQAS leitet das abschließende Gutachten der Gutachtergruppe zu dem jeweiligen Programm- oder Systemakkreditierungsverfahren an die Hochschule weiter. Der Bericht enthält nicht die gutachterliche Akkreditierungsempfehlung.

Der Hochschule wird die Möglichkeit zur Stellungnahme gegeben. Sie kann auf Fehler in der sachlichen Darstellung hinweisen. Die Stellungnahme sollte zeitnah schriftlich eingereicht werden, falls die Hochschule eine Verzögerung des Verfahrens vermeiden will.

Das Gutachten (einschließlich der Akkreditierungsempfehlung) sowie ggf. die Stellungnahme der Hochschule werden der zuständigen Akkreditierungskommission vorgelegt. Die Akkreditierungskommission entscheidet auf Basis dieser Unterlagen über die Akkreditierung. Fehler in der sachlichen Darstellung werden ggf. korrigiert.

3. Akkreditierungsentscheidung/Auflagen

Der Einspruch der Hochschule kann sich auf Verstöße gegen externe Vorgaben des Akkreditierungsrates, der KMK sowie Verstöße gegen das geltende Landesrecht beziehen. Zudem können die Hochschulen Akkreditierungsentscheidungen monieren, die veröffentlichten Beschlüssen von AQAS widersprechen.

Der Einspruch der Hochschule wird der zuständigen Akkreditierungskommission in ihrer nächsten Sitzung vorgelegt. Die Kommission überprüft nochmals die für die Entscheidung relevanten Unterlagen unter Berücksichtigung der Einwände der Hochschule. Sie entscheidet auf dieser Basis erneut über die Akkreditierung.

Falls es zu keiner Einigung mit der Hochschule kommt, wird die Beschwerdekommission mit dem Sachverhalt befasst.

4. Verfahrensgestaltung, Hinweise auf eventuelle Rechtsfehler

Der Einspruch der Hochschule kann sich beispielsweise auf den zeitlichen Ablauf des Verfahrens oder auf Beratungsfehler der Mitarbeiter der Geschäftsstelle beziehen.

Der Einspruch der Hochschule wird zunächst der Geschäftsführung vorgelegt, die in einem Gespräch mit den Hochschulvertretern versucht, eine einvernehmliche Lösung des Problems zu erreichen.

Falls es zu keiner Einigung mit der Hochschule kommt, werden die Einwände der Hochschule der Beschwerdekommission vorgelegt, die über die Beschwerde diskutiert und die weitere Vorgehensweise beschließt.

5. Form und Fristen

Einsprüche sind in schriftlicher Form innerhalb von innerhalb von vier Wochen nach Mitteilungserhalt an die Geschäftsstelle von AQAS e.V. zu richten.