Systemakkreditierung und Reakkreditierung
veröffentlicht am 26. September 2008 in AQAS-VeranstaltungenAnforderungen an Gutachter, Hochschulen und Agentur
PROGRAMM AQAS-TAGUNG 2008
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Empfang der Gäste im Foyer des Rheinischen Landesmuseums
10.00 Uhr
Begrüßung und Einführung
10.30 Uhr, Veranstaltungssaal
Prof. Dr. Holger Burckhart, Vorstandsvorsitzender AQAS e.V.
Plenum I: Systemakkreditierung
11.00 bis 11.45 Uhr, Veranstaltungssaal
Systemakkreditierung als Alternative zur Programmakkreditierung, Anforderungen an die Hochschulen in Deutschland, Konsequenzen für das Akkreditierungssystem, Erfahrungen mit Qualitätssicherungssystemen im internationalen Vergleich.
- Doris Herrmann, Geschäftsführung AQAS: „Neue Chancen durch Systemakkreditierung?“
- Dr. Peter Findlay, Assistant Director, Quality Assurance Agency for Higher Education (QAA): „Systemakkreditierung im europäischen Vergleich“
Auftaktreferat 1: Systemakkreditierung
Auftaktreferat 2: International Trends

Leendert Klaassen
Plenum II: Reakkreditierung
11.45 bis 12.30 Uhr, Veranstaltungssaal
Prüfansatz und zentrale Aspekte bei der Reakkreditierung, die Bedeutung qualitativer und quantitativer Daten, Reakkreditierung als Alternative zur Systemakkreditierung, internationale Erfahrungen mit Follow-up-Verfahren.
- Volker Husberg, Dr. Julia Zantopp, Geschäftsstelle AQAS: „Programmoptimierung und Reakkreditierung“
- Leendert Klaassen, Executive Board, Nederlands-Vlaamse Accreditatie Organisatie (NVAO): „Follow-up-Verfahren im europäischen Vergleich“
Auftaktreferat 3: Programmoptimierung und Reakkreditierung
Auftaktreferat 4: Reaccreditation in The Netherlands
Mittagsimbiss
12.30 Uhr bis 13.30 Uhr, Foyer
Workshops
13.30 bis 15.30 Uhr
Jeder Teilnehmer ist einem Workshop zugeordnet. Die Zuordnung entnehmen Sie bitte der beiliegenden Liste der Workshopgruppen.
Workshop I: Systemakkreditierung
Seminarraum
Methodik und Auswirkungen der Systemakkreditierung: Die wichtigsten Anforderungen an das Qualitätsmanagement der Hochschulen, die Auswahl von Gutachtern für Systembetrachtungen, Erfolgs- und Entscheidungskriterien, Veränderungen im Hochschulsystem.
Leitung: Doris Herrmann, Dr. Verena Kloeters, Geschäftsführung AQAS
Referat: Dr. Peter Findlay, Assistant Director, Quality Assurance Agency for Higher Education (QAA)
Ergebnisse

In diesem Workshop wurden für Hochschulen relevante Eckpunkte sowie zentrale Fragen der Systemakkreditierung vorgestellt. Die Systemakkreditierung bietet den Hochschulen seit Oktober 2008 die Möglichkeit, ihr Konzept zur Qualitätssicherung in Studium und Lehre zertifizieren zu lassen. Im Zentrum der Akkreditierung steht damit nicht mehr der einzelne Studiengang, sondern das gesamte Qualitätssicherungssystem, dessen Aufbau und Wirksamkeit in verschiedenen Schritten geprüft wird.
Von AQAS wurde vorgestellt, welchen formalen Anforderungen der Kultusministerkonferenz (KMK) und des Akkreditierungsrats das Qualitätssicherungssystem der Hochschule genügen muss, um eine Systemakkreditierung erfolgreich durchlaufen zu können. Des Weiteren wurde der bei AQAS vorgesehene Ablauf des Verfahrens skizziert und es wurden Hinweise gegeben, unter welchen Bedingungen eine Entscheidung für die Programmakkreditierung für Hochschulen sinnvoller sein kann. Ähnlich wie die Programmakkreditierung ist auch die Systemakkreditierung als Peer-Review-Verfahren konzipiert, so dass außerdem dargelegt wurde, welche neuen Anforderungen an die Gutachterinnen und Gutachter gestellt werden.
Neben den Anforderungen wurden auch Kriterien für eine erfolgreiche Systemakkreditierung vorgestellt und über Chancen und Risiken des neuen Akkreditierungsverfahrens für die Hochschulen diskutiert.

Dr. Peter Findlay
Dr. Peter Findlay vom QAA präsentierte als internationaler Experte für Fragen der Qualitätssicherung das in England praktiziert Akkreditierungssystem in seinen Grundzügen und schilderte dessen Vor- und Nachteile. Er zog außerdem einen Vergleich zwischen organisations- und programmbezogenen Ansätzen von Qualitätssicherungssicherungssystemen, da in Großbritannien beides praktiziert wurde und in bestimmten Bereichen noch wird.
Seine Präsentation schloss mit konkreten „Tipps aus der Praxis“, wobei er betonte, dass der Erfolg jeder Maßnahme zur Qualitätssicherung im Wesentlichen davon abhängt, dass die Hochschulen ihre Eigenverantwortung für die Qualität von Studium und Lehre akzeptieren und die Verfahren dementsprechend umsetzen.
Systemakkreditierung, Kloeters & Herrmann
Systemakkreditierung, Findlay
Workshop II: Internationale Studienprogramme
Picknickküche 1
Besonderheiten internationaler Studiengänge (double degrees, multiple degrees, joint degrees), Anforderungen an die Konzeption, Möglichkeiten der Akkreditierung, Gutachterauswahl, international übliche Verfahrensweisen.
Leitung: Volker Husberg, Dr. Julia Zantopp,
Geschäftsstelle AQAS
Referat: Leendert Klaassen, Executive Board, Nederlands-Vlaamse Accreditatie Organisatie (NVAO)
Ergebnisse
Internationale Studienprogramme – also solche Studiengänge, die gemeinsam von Partnerinstitutionen aus verschiedenen Ländern durchgeführt werden – bieten in besonderer Weise die Gelegenheit, die internationale Mobilität von Studierenden zu fördern, die sich der Bologna-Prozess u.a. zum Ziel gesetzt hat. Studierende solcher Studiengänge absolvieren in der Regel ein oder mehrere Semester an den beteiligten Partnerhochschulen.
Je nach Konzeption und Anzahl der Partnerinstitutionen schließen die Programme schließen entweder mit einem „joint degree“ oder einem „double degree“ bzw. einem „multiple degree“ ab. Studiengänge dieser Art bedürfen nicht nur einer besonders sorgfältigen Gestaltung, sondern stellen auch besondere Anforderungen an Gutachterinnen und Gutachter in Akkreditierungsverfahren.
Der Workshop thematisierte Aspekte, die schon im Planungsprozess transnationaler Studiengänge berücksichtigt werden sollten, wie die Art und Weise der Kooperation, die Definition von Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten, studiengangsbezogene qualitätssichernde Maßnahmen, Service- und Unterstützungsangebote für Studierende sowie die Berücksichtigung nationaler Qualifikationsrahmen.
Darüber hinaus sensibilisierte er Gutachterinnen und Gutachter für die besonderen Anforderungen an die Akkreditierung transnationaler Studiengänge. Dazu gehört das Agieren in international besetzten Gutachtergruppen, der Umgang mit Diversität und unterschiedlichen rechtlichen Rahmenbedingungen.
Einen Ansatzpunkt für erfolgreiche Akkreditierungsverfahren bieten international abgestimmte Herangehensweisen und Verfahren, die es erlauben, nationale Vorgaben innerhalb eines weiteren (europäischen) Kontextes zu berücksichtigen. In diesem Zusammenhang sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer u.a. mit den von ENQA formulierten European Standards and Guidelines (ESG) und mit Kriterien des European Consortium of Accreditation Agencies (ECA) für die Durchführung von Akkreditierungsverfahren in joint degree Programmen bekannt gemacht werden.
Anhand von Beispielen aus der Akkreditierungspraxis der niederländisch-flämischen Akkreditierungsagentur, NVAO, wurden Aspekte beleuchtet, die besonders häufig Schwierigkeiten bei der Akkreditierung internationaler Studiengänge bereiten.
Internationale Studienprogramme, Husberg & Zantopp
Joint Programmes – experiences, lessons-learned, Klaassen
Workshop III: Reakkreditierung
Veranstaltungssaal
Grundsätze des Reakkreditierungsverfahrens bei AQAS, Erfahrungen einer Hochschule am Beispiel ausgewählter Kriterien der Reakkreditierung.
Leitung: Ninja Fischer, Verena Kukuk, Guido Lauen,
Geschäftsstelle AQAS
Referat: Prof. Dr. Ute von Lojewski,
Präsidentin der Fachhochschule Münster
Ergebnisse
In diesem Workshop konnten sich die Teilnehmer über die Anforderungen für Gutachter und Hochschulen bei der Programm-Reakkreditierung informieren.

Die AQAS-Referent/innen Ninja Fischer, Verena Kukuk und Guido Lauen stellten die Grundsätze eines Reakkreditierungsverfahrens bei AQAS vor und gingen auf Besonderheiten im Verfahrensablauf und den Leitfaden zur Erstellung des Antrags auf Reakkreditierung ein. Im Unterschied zu einem Erstakkreditierungsverfahren liegt der Fokus einer Reakkreditierung auf der Entwicklung des Studiengangs im Akkreditierungszeitraum. Der damit verbundene Perspektivwechsel vom Konzept hin zur Realisierung und zum Erfolg eines Studiengangs bedingt, dass sich die Hochschulen mit Evaluationsergebnissen, statistischen Daten zur Studierbarkeit und anderen Rückmeldungen zum Studienerfolg sowie fachlichen Entwicklungen und Änderungen der formalen Anforderungen auseinandersetzen müssen. Da insbesondere der Umgang mit den bei der Reakkreditierung vorzulegenden Daten zum Studienerfolg noch ungewohnt ist, wurden u.a. Beispiele für die Darstellung solcher Informationen im Anhang des Reakkreditierungsantrags gegeben. Für die Beurteilung eines Studiengangs ist es wesentlich, dass die gewonnenen Daten im Antragstext in der Perspektive auf Weiterentwicklung des Studiengangs interpretiert werden und daraus abgeleitete Rückschlüsse und gegebenenfalls Änderungen dargestellt werden.
Frau Prof. Dr. Ute von Lojewski, Präsidentin der Fachhochschule Münster, präsentierte, wie ihre Hochschule sich auf Reakkreditierungsverfahren vorbereitet und welche Erwartungen und Anforderungen aus Hochschulsicht an das Verfahren gestellt werden. Ausgehend von den Vorgaben des Akkreditierungsrates wurde dargestellt, welche Antworten die Fachhochschule Münster gefunden hat und mit welchen Instrumenten die spezifischen Anforderungen von Reakkreditierungsverfahren berücksichtigt werden. Das u.a. dazu genutzte und vom Stifterverband für die deutsche Wissenschaft und der Heinz-Nixdorf-Stiftung geförderte Qualitätsmanagementsystem der Fachhochschule Münster umfasst neben der Erstellung von Qualitätsberichten auch die Darstellung von Prozessen, die bis auf die operative Ebene der konkreten Antragserstellung reichen. Über die hochschulinterne Online-Plattform „FINDUS“ können die Fachbereiche entsprechende Prozesse ansteuern und auf Materialien, Textvorlagen und andere Hilfestellungen zugreifen.
Die von AQAS erarbeiteten Materialien zur Reakkreditierung (Leitfaden, Verfahrensablauf etc.) finden Sie in der AQAS-Broschüre und im Downloadbereich der AQAS-Homepage. Informationen zum beschriebenen Qualitätsmanagementsystem finden Sie auf der Homepage der Fachhochschule Münster.
Reakkreditierung – Grundsätze und Verfahren, Fischer/Kukuk/Lauen
Reakkreditierung aus Hochschulsicht, von Lojewski

Kaffeepause
15.30 Uhr bis 16.00 Uhr, Foyer
Podiumsdiskussion
16.00 bis 17.30 Uhr, Veranstaltungssaal
Möglichkeiten und Grenzen von Programm- und Systemakkreditierung

Teilnehmer:
- Prof. Dr. Holger Burckhart, Vorstandsvorsitzender AQAS
- Prof. Dr. Ute von Lojewski, Präsidentin der Fachhochschule Münster
- Dr. Peter Findlay, Assistant Director, Quality Assurance Agency for Higher Education (QAA)
- Dr. Achim Hopbach, Geschäftsführer der Stiftung zur Akkreditierung von Studiengängen in Deutschland
Moderation:
Thekla Jahn, Journalistin
Ende der Veranstaltung
17.30 Uhr
Kontakt
Simone Kroschel/Katja Kluth
Geschäftsstelle AQAS
In der Sürst 1, 53111 Bonn
Tel. 0228 90 960-10, 0228 90 960-15
E-Mail tagung[at]aqas.de
Über AQAS e. V.
AQAS e. V. ist eine Agentur zur Akkreditierung von Studiengängen mit Sitz in Bonn. Sie führt Akkreditierungsverfahren in allen Fachrichtungen durch.
Mehr Informationen über uns finden Sie hier.
Bei Interesse an unserer Arbeit wenden Sie sich bitte an unsere Geschäftsstelle in Bonn unter 0228 90 960-10 oder info[at]aqas.de.


